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(c) Galerie Fotohof 2018

Hans Rustler "PORTRAITS, SELBSTPORTRAITS, 1910-1988"

Hans Rustler, PORTRAITS, SELBSTPORTRAITS, 1910-1988

Portraitbilder und Bilder eines Fotoalbums, das Hans Rustler zu Lebzeiten angelegt hat und das ihn von seiner Geburt bis ins hohe Alter zeigt. Die Bilder sind nicht beschriftet oder datiert; es ist aber anzunehmen, dass es sich teilweise um Selbstportraits und teilweise um Aufnahmen anderer Personen handelt.

Hans Rustler



Hans Rustler wurde als k.u.k. Österreicher am 1.11.1910 in Liebenstein bei Eger, dem heutigen Libá, in Böhmen geboren. Taufname Johann, gest. 26.08.1988 in Salzburg.

Die Eltern Christoph und Katharina Rustler, geb. Wassermann, besitzen in Liebenstein ein Kolonialwarengeschäft. Nach dem 1. Weltkrieg wird das Sudetenland Teil der Tschechoslowakischen Republik. In der wirtschaftlich schlechten Nachkriegszeit sieht der Bruder Josef Rustler in Liebenstein für sich keine Zukunftsperspektive, wandert 1923/1924 nach Salzburg aus und gründet den Drogengroßhandel „Rustler & Co“ in der Bergstraße.

Hans Rustler bleibt in der Tschechischen Republik, absolviert von 1924 bis 1927 eine Lehre zum Drogisten bei der Firma Wunderlich in Asch, die Drogistenprüfung legt er 1927 in Karlsbad ab und bleibt in der Firma bis zu seiner Einberufung zum Tschechischen Militär im April 1929.

19-jährig absolviert er noch eine Sanitätsausbildung und ist Mitarbeiter der Militärapotheke. Danach wird er Fachdrogist in Marienbad, um bald darauf 1931 zu Studienzwecken nach Berlin zu gehen. Er besucht dort die Agfa-Fotoschule, die eine der ersten Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Fotografie ermöglicht. Ein bekannter Absolvent dieser Fotoschule ist auch der Fotojournalist Hilmar Pabel.

Anschließend geht er wieder zurück nach Marienbad, wo er bis 1934 als Drogist angestellt ist, bevor er im Juli nach Salzburg auswandert und eine kurze Einschulungsphase im Großhandel in der Firma seines Bruders durchläuft.

Bald danach macht er sich selbständig und eröffnet in der St. Julienstraße die „Adler-Drogerie“. Seine besondere Aufmerksamkeit gehört der Fotografie, worin er in Berlin ein fundiertes Wissen erworben hat.

 

Ende 1939 holt ihn der Zweiter Weltkrieg ein. Noch vor seiner Hochzeit mit Barbara Sax erhält er die Einberufung zur Westfront und rückt am Tag nach der Hochzeit ein.

Im Februar 1940 bringt ihn ein Unfall ins Front-Lazarett Landstuhl und er wird aus dem Wehrdienst entlassen. All diese Zeit leitet seine Ehefrau Barbara Rustler mit Angestellten die Firma in der St. Julienstraße allein verantwortlich weiter.

Einer neuerlichen Einberufung 1942 entgeht Hans Rustler wegen eines Herzleidens und wird nach Salzburg versetzt. Es gibt kaum noch Chemiker, so dass Hans Rustler in der Arzneimittel-Fabrikation eingesetzt wird. Er leitet eine kriegswichtige Einrichtung

und erzeugt in einer Baracke, die in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs gelegen ist, Medikamente für die Front. Ihm unterstehen zeitweise über 30 Mitarbeiter, allesamt Frauen.

Infolge des Krieges werden sein Vater, Christoph Rustler und seine Schwester Luise Rustler aus ihrer Heimat vertrieben und finden Unterschlupf in der Familie in der St. Julienstraße.

Der Besitz in Liebenstein und das Erbe sind verloren, so dass Hans Rustler sich ganz und gar dem Aufbau der Firma widmen muss.

Seiner Leidenschaft, der Fotografie, kann er nicht ganz entsagen. Seine Frau „Betty“ ist sein Lieblingsmodell und er bleibt der Fotografie zeitlebens als Hobbyfotograf verbunden.

Als Drogist macht er sich bald einen Namen, erzeugt zahlreiche Produkte, ist bekannt für sein Kräuterwissen, seinen Schwedenbitter und diverse Cremen.

Den Drogerie-Betrieb führt er bis zu seinem Pensionsantritt weiter.