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(c) Galerie Fotohof 2017

Gerti Deutsch "FRÜHE BILDER"

Gerti Deutsch, FRÜHE BILDER - Frühe Kunstdrucke und Portraits

Die ersten fotografischen Arbeiten entstanden auf Reisen u.a. nach Südeuropa, z. B. die römischen Ruinen. Die frühen Portraits zeigen wichtige Künstlerpersönlichkeiten vor allem aus dem Wien der 30er Jahre. Einige der Portraits und Architekturaufnahmen wurden mit alten kunstfotografischen Verfahren, wie dem Bromöldruck, erzeugt.

Gerti Deutsch



Biografie Gerti Deutsch (*1908 in Wien, †1979 in Leamington Spa, UK) war Fotografin. Sie lebte und arbeitete in Österreich und England.

Ausbildung
Aufgewachsen als einziges Kind einer jüdischen Familie begann sie mit 16 Jahren an der Wiener Musikakademie zu studieren. Ihr Karriereziel Pianistin konnte sie jedoch aufgrund einer Neuritis nicht erreichen und wandte sich daraufhin der Fotografie zu. Ihre fotografische Ausbildung erhielt sie von 1933 bis 1934 an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.
Nach Aufenthalten in Paris und London –  sie glaubte dort als Frau beruflich ernster genommen zu werden als in ihrer Heimat – kehrte Gerti Deutsch kurz nach Wien zurück. Wegen des zunehmend schlechten Klimas für Juden und den besseren Berufsaussichten übersiedelte sie jedoch bald dauerhaft nach London. 1936 hatte sie ihre erste Ausstellung im Österreichischen Kulturverein in London, einem Vorläufer des Österreichischen Kulturforums. 1938 begann sie als freiberufliche Fotojournalistin und Redaktionsfotografin für die Zeitschrift Picture Post zu arbeiten. Im selben Jahr heiratete sie den damaligen stellvertretenden Chefredakteur Tom Hopkinson. Dieser Ehe entstammen die beiden Töchter Nicolette (heute: Nicolette Roeske) und Amanda.

Fotografische Laufbahn
Zwischen 1937 und den frühen 1960er Jahren produzierte sie zahlreiche Fotoreportagen für die Zeitschriften Picture Post, Nova, Holiday, Queen, Harper's Bazaar, The Tatler und den Schweizer Magazinen Atlantis und L'Oeil. Zu ihren wichtigen Reportagen zählen unter anderem: „Ihr erster Tag in England (1938)“, die Fotografien über die Flüchtlingstransporte jüdischer Kinder aus Nazideutschland nach England zeigt und die Dokumentation des besetzten Nachkriegs-Wien (1948). In den 1950er Jahren kooperierte sie öfter mit der ebenfalls aus Österreich emigrierten Fotografin Inge Morath. In Deutschs Nachlass finden sich zahlreiche Fotografien, die von beiden Fotografinnen signiert sind; über das genaue Ausmaß der Kooperation ist jedoch nichts erhalten. Des Weiteren hinterlässt Morath mehrere Entwürfe zu nicht verwirklichten Buchprojekten, erhalten in Form von Maquetten. Wegen ihrer großen Liebe zur Musik porträtierte sie immer wieder Größen der Musikwelt wie Yehudi Menuhin, Benjamin Britten, Arturo Toscanini, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan oder Irmgard Seefried. Die Musikerporträts nahm sie oft in Salzburg oder Wien auf. In den 1960er Jahren zog sich Gerti Deutsch von der Fotografie zurück und übersiedelte von London nach Salzburg.
Während ihrer Lebenszeit hatte Gerti Deutsch zwei große Ausstellungen: die erste 1958 über Österreich im „Austrian Institute“ und eine über Japan, die 1962 anlässlich der „Trade Fair“ in der Londoner Olympia-Messehalle stattfand. Sie beruhte auf einem Auftrag, der ihr über die japanische Botschaft in London zugegangen war. Nach ihrer Wiederentdeckung gab es eine Ausstellung im Österreichischen Kulturforum in London von Februar bis Mai 2010 und in Berlin im Januar 2011, gefolgt von einer umfangreicheren in der Galerie Fotohof in Salzburg von Juni bis Juli 2011. Es existiert derzeit keine vollständige Liste der Arbeiten von Gerti Deutsch.

Publikation
Die Fotografin Gerti Deutsch, edition Fotohof, 2011

Amanda Hopkinson und Nicolette Roeske "Im Gespräch" über Gerti Deutsch (Interviewfilm, 48 Minuten)